header

Berufsbild MTRA

Berufsbild MTRA – Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in

MTRA – ein sehr abwechslungsreicher Beruf, für all diejenigen, die gern mit Menschen zusammenarbeiten und sich für Medizin und Technik interessieren. Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit in der Röntgendiagnostik, der Strahlentherapie oder der Nuklearmedizin zu arbeiten. 

Im Jahre 1895 wurden die Röntgenstrahlen von Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg entdeckt und seitdem immer weiter professionalisiert. Das war ein Durchbruch in der Medizin, da man Knochen und Organe des menschlichen Körpers sehen konnte, ohne den diesen aufzuschneiden.

 

Das Berufsbild der MTRA umfasst vier Fachgebiete:

Röntgendiagnostik
In der Röntgendiagnostik werden Knochen mittels Röntgenstrahlen dargestellt. Auf Anforderung eines fachkundigen Arztes fertigen MTRA selbständig Röntgenbilder an. Aber auch Organe und Gefäße können mit Hilfe von Röntgenstrahlen und anderen bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) und Ultraschall erfasst werden. Somit können unter anderem Krankheiten, Frakturen und Fehlfunktionen diagnostiziert werden. Die im MRT erzeugten Schnittbilder dienen zur Analyse von Gewebestrukturen und –funktionen.

MTRA unterstützen den Radiologen bei der Durchführung von Durchleuchtungs- und Röntgenkontrastmitteluntersuchungen von Organen und Blutgefäßen.

Das Bedienen hochkomplexer technischer Geräte wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) gehört zum Aufgabengebiet einer/s MTRA in der Röntgendiagnostik.

Strahlentherapie
In der Strahlentherapie werden Krebserkrankungen behandelt. Mittels ionisierter Strahlung werden gut- und bösartige Tumore therapiert. MTRA arbeiten an den Planungs- und Bestrahlungsgeräten (Simulatoren, Linearbeschleuniger) und mit computergesteuerten Kontrolleinstellsystemen. Das Bestrahlungsfeld wird am Körper des Patienten markiert, damit bei jeder Behandlung exakt dieselbe Stelle bestrahlt wird. Das Arbeiten in der Strahlentherapie verlangt nicht nur ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein sondern auch ein großes Einfühlungsvermögen. Da die Bestrahlung bei einem Patienten oft über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird, ist die MTRA eine wichtige Vertrauensperson bzw. ein wichtiger Ansprechpartner.

Nuklearmedizin
Die MTRA arbeitet in der Nuklearmedizin mit leicht-radioaktiven, kurzlebigen Substanzen, welche den Patienten in geringen Mengen verabreicht werden. Mittels hochempfindlicher computergestützter Strahlenmessgeräte werden z.B. die Funktionen von Organen überprüft. Als Weiteres können Zellmutationen (z.B. Knoten in der Schilddrüse, Knochenmetastasen) diagnostiziert werden. Die Nuklearmedizin dient auch zur Behandlung von z.B. Schilddrüsenerkrankungen.

Die MTRA bereiten die radioaktiven Substanzen, die dem Patienten verabreicht werden, vor. Sie hat somit eine hohe Verantwortung, da die Mengen exakt ausgemessen werden müssen.

Dosimetrie und Strahlenschutz
Das Fachgebiet Strahlenphysik, Dosimetrie und Strahlenschutz ist sehr umfangreich.
Als MTRA übernimmt man z.B. die Bestrahlungsplanung. Es werden auch Qualitätskontrollen durchgeführt und Röntgen- sowie Therapiegeräte überprüft. Dabei wird die Einhaltung von Grenzwerten von der MTRA überwacht.
Patientenkontakt findet in dem Bereich so gut wie nicht statt.

 

Ausbildung
Die Dauer der Ausbildung zur MTRA beträgt 3 Jahre und findet in Form einer schulischen Ausbildung statt (Berufliche Schule Alexander Schmorell).
Der theoretische Lernstoff wird in einer Berufsfachschule vermittelt. In Krankenhäusern oder Praxen finden die praktischen Elemente der Ausbildung statt.
Zu den theoretischen Ausbildungsinhalten gehören z.B. Anatomie, Physiologie, Histologie, Pathologie sowie Krankheitslehre in Biologie bzw. Medizin. Eine sehr große Rolle spielt auch das Thema Hygiene, da man im Arbeitsalltag in der Regel mit kranken bzw. schwerkranken  Personen zu tun hat. Weitere wichtige Unterrichtsfächer sind radiologische Diagnostik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Dosimetrie und Strahlenschutz.

Um die graue Theorie dann in die Praxis umsetzen zu können, finden die praktischen Ausbildungsinhalte in Kliniken und Praxen statt. Dort können die MTRA-Schüler ihr gelerntes Wissen umsetzen. In der Röntgendiagnostik, der Strahlentherapie und in der Nuklearmedizin lernen die angehenden MTRAs den Arbeitsalltag kennen und können unter Aufsicht der Lehr-MTA auch selbst Tätigkeiten übernehmen.

Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das sechswöchige Krankenpflegepraktikum. Hier werden die Grundlagen eines Gesundheits- und Krankenpflegers erlernt und der Umgang mit Patienten geschult.

 

Beruf
Nach der Ausbildung kann man in vielen verschiedenen Bereichen tätig sein. Es besteht die Möglichkeit in einer Praxis oder in einem Krankenhaus zu arbeiten. Röntgendiagnostik, Strahlentherapie und Nuklearmedizin sind die bekanntesten Aufgabenbereiche einer MTRA. Aber auch die Industrie, die Forschung oder das Schulwesen halten Interessante Arbeitsgebiete für eine ausgebildete MTRA bereit.

 

Wer also gern mit Menschen zusammen arbeitet und Interesse an Medizin, Biologie und Technik hat, trifft genau die richtige Entscheidung, wenn er den Beruf zur/zum MTRA erlernt.