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CT-gesteuerte Drainagen und Punktionen

Methode
Bei der Computertomographie(CT)-gesteuerten Punktion wird mit einer sehr feinen Nadel von einem bestimmten Gewebeort eines Organes (z.B. Lunge, Knochen oder Leber) eine Gewebeprobe entnommen, um diese anschließend untersuchen zu können. Selbstverständlich erfolgt dies unter örtlicher Betäubung. Die Computertomographie dient hierbei der Kontrolle und ermöglicht so eine millimetergenaue Punktion (Einstechen einer Hohlnadel). Dadurch werden umgebende Organe geschont.

In ähnlicher Weise erfolgt die CT-gestützte Drainageanlage. Hierbei wird ein krankhafter Prozess (z.B. eine lokale Eiteransammlung oder "Abszess") ebenfalls unter computertomographischer Kontrolle punktiert.

Anschließend wird ein dünner Draht über eine Hohlnadel in die Höhle (Punktionsareal) vorgeschoben, die Hohlnadel wird entfernt und über den Draht wird ein Drainagekatheter eingeführt, über den dann Eiter, Flüssigkeiten oder Wundabsonderungen abgeleitet werden und die Höhle dann gegebenenfalls mit einer Spüllösung gesäubert werden kann.

Anwendung
Der häufigste Grund für eine CT-gestützte Punktion ist eine Veränderung in einem Organ. Durch die gewonnene Gewebeprobe können anschließend weitere Untersuchungen (z.B. in der Histologie, Pathologie oder Mikrobiologie) durchgeführt werden. Der Vorteil ist, dass keine Operation für die Gewebeentnahme erforderlich ist.

CT-gestützte Drainagen werden dann erforderlich, wenn sich im Körper z.B. eine Eiteransammlung bildet, die bereits sehr groß ist oder sich zu langsam zurückbildet. Durch den eingelegten Schlauch kann dieser nun besser abfließen und die Eiteransammlung wird schneller kleiner. Außerdem kann dieser Eiter auch z.B. auf Bakterien oder genaue Zusammensetzung im Labor untersucht werden.

Patientenvorbereitung
Eine spezielle Vorbereitung ist normalerweise nicht erforderlich. Sie können vor dem Eingriff in aller Regel normal essen und trinken. Sollten Sie Blutverdünner regelmäßig einnehmen, halten Sie bitte unbedingt Rücksprache mit ihrem einweisenden Arzt zum Pausieren oder Umstellung dieser Medikation. Die Aufklärung für den Eingriff erfolgt 24 Stunden vorher. Bei ambulanten Patienten erfolgt somit der Eingriff am Tag nach der Aufklärung. Bitte bringen Sie vorsorglich eine Tasche mit, falls Sie anschließend für eine Nacht stationär aufgenommen werden sollten.

Ablauf und Dauer der Punktion oder Drainageeinlage
Zunächst werden Sie über die Untersuchung ausführlich aufgeklärt. Hierbei können Sie gerne ihre Fragen dem Arzt stellen. Nach Einwilligung in die Untersuchung legen Sie sich auf den CT-Patiententisch. Je nach Ort der Punktion bzw. Drainageeinlage kann dafür eine Bauch-, Rücken- oder Seitenlage sinnvoll sein.

Die Dauer für die Entnahme einer Gewebeprobe oder Einlage einer Drainage ist unterschiedlich, in der Regel sollten Sie ca. 30 Minuten ruhig liegen können. Es sind während des Eingriffs keine besonderen Atemkommandos nötig. Sie können die ganze Zeit flach atmen, sollten sich jedoch nach Möglichkeit nicht bewegen.

Für eine bessere Übersicht und Planung der Intervention werden als erstes CT-Bilder von der entsprechenden Körperregion angefertigt. Anschließend wird die Punktionsstelle mit einem Stift markiert, desinfiziert und mit sterilen Tüchern abgeklebt. Als nächstes erfolgt die örtliche Betäubung der Haut, wodurch Sie während der Nadelpunktion nichts spüren. Im Anschluss wird eine Nadel zum Zielort im Körper vorgeschoben, ständig unter Kontrolle neuer CT-Bilder, um die exakte Positionierung zu gewährleisten.

Am Zielort angelangt werden kleinste Teile des Gewebes mit der Nadel entnommen. Auch hierbei werden Sie dank der Betäubung nichts spüren. Zum Schluss wird die Nadel wieder entfernt und die Punktionsstelle mit einem Pflasterverband versehen.

Zu Ihrer Sicherheit werden stationäre Patienten auf Station und ambulante Patienten bei uns in der Abteilung anschließend mindestens 2 Stunden überwacht. Vor Entlassung wird standardmäßig eine CT-Kontrolle durchgeführt, um mögliche Komplikationen auszuschließen.

Sollten wir eine Komplikation (z.B. Blutung oder Pneumothorax) feststellen, müssen ambulante Patienten stationär  aufgenommen werden (in den meisten Fällen für eine Nacht). Sollte sich bei Lungenpunktionen eine größere Luftansammlung zwischen Lunge und Rippenfell gebildet haben, kann in seltenen Fällen  die Einlage einer Drainage nötig sein, um die Luft wieder abzusagen.

Was Sie zur Untersuchung mitbringen sollten
Blutwerte für die Blutgerinnung (Quick, Thrombozyten, PTT), Schilddrüse (TSH) und Niere (Kreatinin).

Worüber Sie mit uns vor der Untersuchung sprechen sollten
Bitte teilen Sie uns mit, ob eine Allergie gegenüber lokalen Betäubungsmitteln, Iod oder Pflaster vorliegt.