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Preise und Auszeichnungen

2019

MRT am Hühnerei: Dr. med. Felix Streckenbach erhält Preis für Doktorarbeit

Um Vermutungen und Ergebnisse in der Forschung zu überprüfen, kommen Wissenschaftler bis heute nicht ohne Tiermodelle aus. Neben Mäusen und Kaninchen werden dafür häufig Hühnerembryonen genutzt. Dr. Felix Streckenbach vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Kinder- und Neuroradiologie der Universitätsmedizin Rostock hat in seiner Doktorarbeit einen Weg gefunden, wie sich die Zahl der dafür notwendigen Eier deutlich reduzieren ließe. Dafür wurde er jetzt von der Medizinischen Hochschule Hannover mit dem Arnold-Spiegel-Promotionspreis geehrt.

Die Hühnereier werden in der Forschung meist über einen Zeitraum von 20 Tagen mit Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht. „Im MRT sollte man natürlich  möglichst still liegen“, erklärt Felix Streckenbach. „Im Hühnerei gibt es allerdings nach spätestens zehn Tagen viel Bewegung. Dann wird es schwer, brauchbare Aufnahmen zu erhalten.“ Die Folge: Es werden immer wieder neue Eier benötigt.

Dem jungen Forscher ist es in seiner Doktorarbeit erstmals gelungen, dieselben Hühnerembryonen über die gesamten 20 Tage zu untersuchen. Dafür hat er das Ei auf Eis gelegt. „Wir haben den natürlichen Vorgang nachgeahmt, dass die Henne aufsteht und das Ei im Nest zurücklässt“, so Streckenbach. „Der gekühlte Embryo bleibt für die kurze Zeit der MRT-Aufnahme regungslos, entwickelt sich aber ansonsten ganz normal weiter.“ Auf diesen Weg benötigen die Forscher für das gleiche Resultat deutlich weniger Eier.

Mit dem Arnold-Spiegel-Promotionspreis zeichnet die Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover jährlich wissenschaftliche Dissertationen im Bereich der Biomedizinischen Forschung aus. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert. 

Quelle: https://www.med.uni-rostock.de/medien/pressemitteilungen/aktuelles/news/mrt-am-huehnerei-rostocker-forscher-erhaelt-preis-fuer-doktorarbeit

Nachwuchspreis geht an Dr. med. Malte Jäschke

Für seine Forschung zur Verwendung von Kontrastmittel bei Ultraschalluntersuchungen ist der junge Rostocker Assistenzarzt der Universitätsmedizin Rostock, Dr. Malte Jäschke, ausgezeichnet worden. Die Deutsche Gesellschaft für Muskuloskelettale Radiologie e. V. (DGMSR) hat den Nachwuchspreis mit 3000 Euro vergeben. Zum ersten Mal wurde ein Mediziner aus den neuen Bundesländern ausgezeichnet. „Wir sind stolz, dass die Forschungsleistung unseres medizinischen Nachwuchses gewürdigt wird, schließlich kommt sie auch unseren Patienten zugute“, betont Prof. Dr. Marc-André Weber, Direktor am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Kinder- und Neuroradiologie.

In seiner Forschung untersucht Jäschke Schäden der Schultermuskulatur bei Patienten. „Durch Kontrastmittel wird die Durchblutung von Gewebe sehr gut dargestellt“, erklärt der Assistenzarzt. Ist die Muskelpartie zu gering durchblutet, können die Experten einen individuellen Physiotherapieplan für eine bestmögliche Regeneration entwickeln. Dabei kooperiert das Institut mit der Orthopädischen Klinik und Poliklinik in Rostock sowie mit der Universitätsmedizin Heidelberg. Bei Untersuchungen von Leber und Niere zählt der Kontrastmittelultraschall bereits zu den etablierten Methoden, während der Einsatz am Bewegungsapparat noch neu ist.

Quelle: https://www.med.uni-rostock.de/medien/pressemitteilungen/aktuelles/news/nachwuchspreis-geht-an-rostocker-assistenzarzt


2018

Prof. Dr. med. Sönke Langner erhält Ehrenmitgliedschaft der Rumänischen Röntgengesellschaft

Prof. Dr. Sönke Langner vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Universitätsmedizin Rostock ist zum Ehrenmitglied der Rumänischen Röntgengesellschaft ernannt worden. Seit fünf Jahren setzt sich Langner für die Kollegen im Ausland ein. Unter anderem engagiert er sich mit weiteren deutschen Experten auf dem Gebiet für eine Fortbildung für rumänische Radiologen in Ausbildung. 100 Teilnehmer haben in diesem Jahr an der zweitägigen Veranstaltung teilgenommen. „Ich fühle mich geehrt und bin dankbar für die entgegengebrachte Wertschätzung“, sagt Langner.

Außerdem hat der Rostocker einen jährlichen Austausch etabliert, bei dem fünf Vertreter aus Rumänien am deutschen Röntgenkongress teilnehmen können, um sich weiterzubilden. Viel Arbeit hat Langner in die Vertiefung der internationalen Beziehungen gesteckt. „Es ist eine Zusammenarbeit, die auch gelebt wird“, betont der Radiologe. 

Auf 20 Millionen Einwohner in Rumänien kommen knapp 800 Radiologen. Im Vergleich dazu gibt es in Deutschland mehr als 8500 Radiologen bei 80 Millionen Einwohnern. Die Rumänische Röntgengesellschaft hat rund 750 Mitglieder und kooperiert neben Europäischen Röntgengesellschaft (European Society of Radiology, ESR) außerdem noch mit der französischen Röntgengesellschaft (Société Francaise de Radiologie, SFR).

[Quelle: https://www.med.uni-rostock.de/medien/pressemitteilungen/aktuelles/news/grosse-ehre-fuer-rostocker-radiologen/]

PD Dr. med. Kolja Thierfelder erhält Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis

Für seine Bestrebungen, die Therapiechancen von Schlaganfall-Patienten zu verbessern, wurde Dr. Kolja Thierfelder, Geschäftsführender Oberarzt am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie der Unimedizin Rostock, jetzt mit dem Wilhelm-Conrad-Röntgen-Preis geehrt. Der Preis geht zum ersten Mal nach Mecklenburg-Vorpommern.

Schlaganfälle sind in der westlichen Welt die häufigste Ursache für Pflegebedürftigkeit. Damit es nicht so weit kommt, müssen Notärzte und Spezialisten schnell reagieren, um für den Patienten die geeignete Therapie zu finden. Standardmäßig kommt dafür die Computertomographie - kurz CT - zum Einsatz. In seiner Arbeit beschäftigt sich Thierfelder mit der CT-Perfusion - einem Verfahren, bei dem das Gehirn des Patienten etwa eine Minute lang immer wieder mit schwach dosierten Röntgenstrahlen durchleuchtet wird. So wird untersucht, wo und wie stark sich im Laufe der Zeit Kontrastmittel im Gewebe ansammelt. 

„Wir können mit der CT-Perfusion inzwischen das gesamte Gehirn abbilden und so unmittelbar einen Hirninfarkt nachweisen“, sagt Thierfelder. „Mit einer normalen CT ist das erst drei bis sechs Stunden nach den ersten Symptomen möglich.“ Ärzte könnten dadurch schneller und besser einschätzen, welche weiterführende Therapie für den Patienten in Frage komme - „nicht für jeden Betroffenen ist eine Thrombolyse geeignet, also eine medikamentöse Behandlung, um den Gefäßverschluss aufzulösen“, so der Rostocker Radiologe. Als Alternative dazu kann seit einigen Jahren ein Katheter über die Leiste eingeführt werden, um das Gerinnsel direkt im Gehirn zu beseitigen. „Da beide Verfahren Risiken bergen, muss die Entscheidung individuell erfolgen. Mit unseren Ergebnissen können wir diese Auswahl jetzt noch besser unterstützen.“

In seiner Arbeitsgruppe hat Thierfelder eine Methode entwickelt, mit der sich die riesigen Datenmengen in kurzer Zeit auswerten lassen, die durch die CT-Perfusion entstehen. „Wir können unter anderem sehr kleine Gefäßverschlüsse nachweisen“, sagt er. „Das ist nur durch die CT-Perfusion möglich und ein klarer Anhaltspunkt dafür, dass eine Thrombolyse sinnvoll ist.“

Mit dem Preis ehrt die Deutsche Röntgengesellschaft seit 1979 jährlich eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit, die dem Fortschritt der Radiologie dient. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

[Quelle: https://www.med.uni-rostock.de/medien/pressemitteilungen/aktuelles/news/rostocker-forscher-erhaelt-bedeutenden-roentgen-preis/]