Unser Institut ist als überregionales Zentrum für Interventionelle Radiologie anerkannt und u.a. von der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie und minimal-invasive Therapie (DeGIR) zertifiziert. Unser Leistungsspektrum umfasst neben den kathetergestützten diagnostischen Untersuchungen die gesamte Bandbreite moderner interventionsradiologischer Eingriffe.
Unter Einsatz moderner und hochspezialisierter Verfahren werden Eingriffe am Gefäßsystem und den inneren Organen durchgeführt, Biopsien entnommen oder unterschiedliche Langzeit-Zugangssysteme implantiert.
Unsere Eingriffe sind durch eine starke Vernetzung mit den anderen klinischen Fachdisziplinen gekennzeichnet und werden nicht selten gemeinsam realisiert (Hybrideingriffe).
Spektrum vaskulärer Interventionen
Vaskuläre Rekanalisationen:
Gefäßgebiete:
Aorta incl. Aortenbogen, Schulter-Arm-Arterien, Kopf-Hals-Arterien, Oberbaucharterien (Leber, Milz, Darmarterien), Nierenarterien, Transplantatarterien, Becken-Bein-Arterien, künstliche und Venenbypässe, Dialysefisteln, zentrale Venen, Schulter-Arm-Venen, Becken-Bein-Venen, Lungenarterien.
Angewandte Verfahren:
Ballondilatation incl. medikamentenbeschichteter Ballons und Cutting-Verfahren, Implantation von unterschiedlichen Stents und Stentgrafts, lokale und lokoregionale Thrombolyse einschließlich EKOS (ultraschallakzelerierte Thrombolyse), Thrombektomie (Aspirations-, Rotations- und Retriever-Verfahren), Atherektomie
Gefäßverschließende Interventionen(Blutungen, Fehlbildungen, Verletzungen, vor OP):
Embolisation von Blutungen: Hirn- und Gesichtsarterien, unbeherrschbares Nasenbluten, Magen-Darm-Trakt, Lunge, Leber, Pankreas, Niere, Beckenorgane, Retroperitoneum, Muskelläsionen.
Embolisation von Gefäßfehlbildungen: Hirngefäße, Hals- und Gesichtsregion, Lunge, Nieren, Leber, Milz, Magen-Darm-Trakt, Koronarfisteln, intramuskulär.
Verödung oberflächlicher Venen bei chronisch venöser Insuffizienz und Varikosis.
Angewandte Verfahren:
Embolisation mit Coils (ablösbar, abwerfbar, bioaktiv, Volumencoils), mit Vascular Plug, mit verschiedenen Flüssigembolisaten, mit partikulären Embolisaten verschiedenen Typs und unterschiedlicher Größen, Stentgraftimplantation, kombinierte Stent- und Coil-Implantation
Venöse Therapie: mechano-chemische Ablation (MOCA), Schaumsklerosierung
Ausschaltung von Aneurysmata:
Gefäßgebiete:
Aorta (thorakal und abdominell), Hals- und Hirnarterien, Schulterarterien, Armarterien, Leber-, Milz- Pankreas-und Darmarterien, Nierenarterien, Transplantatarterien, Beckenarterien, Beinarterien
Angewandte Verfahren:
Aortenprothesen-Implantation (inkl. gebranchte bzw. fenestrierte Prothesen ), Stentgraftimplantation, kombinierte Stent- und Coil-Implantation, Coilembolisation
Interventionelle Behandlung von Tumoren (benigne, maligne):
Organgebiete:
Leber, Niere, Lunge, Wirbelsäule, muskuloskelettal, Uterusmyom, benigne Prostatahyperplasie
Angewandte Verfahren:
Transarterielle superselektive Chemoembolisation (TACE), Chemoperfusion, SIRT (Therapie mit radioaktiven Partikeln), Kombination von Embolisation mit lokal-ablativen Verfahren (z.B. RFA), superselektive Partikelembolisation, präoperative Devaskularisation (Verödung)
Intervention im portalvenösen Gefäßsystem:
Anlage eines transjugulär-intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) zur Behandlung von Komplikationen des erhöhten portalen Drucks (Varizenblutung, therapierefraktärer Aszites)
Rekanalisation von klinisch bedeutsamen Thrombosen im Pfortadersystem
Embolisation von portalvenösen Varizen (Fundus-, Ösophagus-, Duodenal- oder Stomavarizen, portal-hypertensive Haemorrhoidalblutung)
Embolisation frühkindlicher portalvenöser Fehlbildungen (persistierender Sinus venosus)
Anlage artifizieller Gefäßzugänge:
Implantation von Portsystemen (intravenös)
Implantation von permanenten getunnelten Dialysekathetern (unterschiedlicher Bauart)
Implantation von Hickman-Kathetern
Implantation von Groshong-Kathetern
Interventionelle Anlage von arteriovenösen Dialysefisteln
Spektrum nicht-vaskulärer Interventionen:
Interventionen am Gallenwegsystem - Perkutane transhepatische Cholangiodrainage (PTCD):
Entfernung von Konkrementen aus den Gallenwegen
Behandlung von akut –entzündlichen Gallenwegserkrankungen (Cholangitis) durch Anlage von Nephropur-Drainagen und Spültherapie
Behandlung von Galleabfluss-Störungen (dauerhaft, temporär) durch Ballondilatationen und/oder Anlage von Drainagesystemen (Nephropur-Drainage, Münchner Drainage), inneren Prothesen (Double mushroom-Prothese, Tannenbaum-Prothese, (Double)-Pigtail-Prothese), Implantation von Stents und Stentgrafts (permanent oder wiederentfernbar).
Behandlung von Biliomen
Weitere nicht-vaskuläre Interventionen:
Perkutane und transjuguläre Biopsie
Verödung von Zysten (Leber, Niere) oder Lymphocelen
Spezielle Hinweise für Patienten
Die radiologisch-interventionellen Eingriffe orientieren sich bei jedem Einzelnen an den individuellen Besonderheiten der Patienten und an den speziellen Facetten des Krankheitsbildes. Sie werden nach Vorgaben der Leitlinien und des Standes der modernen Wissenschaft mit gleichzeitiger optimaler Anpassung an die individuellen Erfordernisse realisiert und sollen so eine maximale Effizienz und Dauerhaftigkeit des Therapieeffektes bieten.
Auf Grund der stark variierenden Invasivität der verschiedenen Interventionen werden manche ambulant, die meisten aber im Rahmen eines stationären Aufenthalts durchgeführt.
Die Zuweisung in unsere Abteilung erfolgt in der Regel über die jeweiligen klinischen Fachbereiche der UMR, in denen die Patienten auf Grund ihrer Beschwerden vorstellig werden (z.B. Neurologie, Gefäßchirurgie oder Innere Medizin, Notaufnahmen oder Polikliniken), aber auch über radiologische Praxen und Einrichtungen in anderen Krankenhäusern.
Die Interventionen sind zwar durch die Kathetertechnik als invasiv einzustufen, sie werden aber bei geplanten Eingriffen in der Regel ohne Anwendung von Narkoseverfahren durchgeführt.
In unserer Einrichtung werden Narkoseverfahren bei Implantationen von Aortenprothesen, bei Interventionen an den Gallenwegen, bei portalvenösen Eingriffen und allen Interventionen im Kleinkindesalter eingesetzt.
In den Situationen, in denen das Krankheitsbild, der Zustand oder das Alter des Patienten oder die Risiken eines Eingriffs eine begleitende Überwachung oder Behandlung erfordern, steht eine anästhesiologische oder intensivmedizinische Betreuung zur Verfügung.
Die Lokalanästhesie an der Kathetereintrittsstelle ist für eine schmerzfreie Vorgehensweise zumeist ausreichend.
Die Kathetertechniken sind durch die Miniaturisierung der Kathetersysteme und die spezielle Oberflächenbeschaffenheit moderner Systeme sehr schonend und für den Patienten kaum spürbar. Komplikationen der Katheterangiographie und der Interventionen selbst sind eine Seltenheit, in unserer Einrichtung treten sie statistisch bei weniger als einem Prozent der behandelten Patienten auf.
Die Vorbereitung auf einen interventionellen Eingriff schließt neben Aufklärung und Beratung (spätestens am Vortag des Eingriffs) die vorherige Bestimmung verschiedener Laborwerte ein.
Je nach Art der Intervention variiert das Spektrum der erforderlichen Laborangaben erheblich.
Die Durchführung der Intervention am nüchternen Patienten beschränkt sich auf die Interventionen im Oberbauch und am Magen-Darm-Trakt und auf alle Eingriffe mit geplanter Narkose oder Analgosedierung.
Besondere Aufmerksamkeit genießt der Strahlenschutz der Patienten in unserer Einrichtung.
Radiologische Interventionen sind röntgenassistierte Verfahren und gehen deshalb mit einer Strahlenexposition einher. Durch den Einsatz ausgesprochen erfahrenen und hochqualifizierten Personals, durch Nutzung modernster Geräte und optimaler Materialien und die konsequente Anwendung von Strahlenschutz-Hilfsmitteln gelingt es, die Strahlendosis der einzelnen Eingriffe akzeptabel niedrig zu halten.
Anmeldung
Allgemeine Informationen zur Anmeldung von Untersuchungen finden Sie hier.
Telefonische Terminkoordination: 0381 494 9280 (Frau Silke Thümmler)