Projekt PIRATE

Personalisierte Aneurysma-Forschung

PIRATE entwickelt eine Entscheidungshilfe, die das individuelle Risiko von Patientinnen und Patienten mit Hirnaneurysmen besser einschätzbar machen soll.

Im Verbundprojekt „PIRATE: Personalisierte intrakranielle Risikobestimmung von Aneurysmapatienten zur Therapie-Evaluation“ arbeiten Partner aus Medizin, Physik, Ingenieurwissenschaften und Datenanalyse zusammen. Ziel ist es, moderne Bildgebung, Strömungsmechanik und künstliche Intelligenz zu verbinden, um Behandlungsentscheidungen künftig stärker auf die einzelne Patientensituation auszurichten.

Warum das wichtig ist

Hirnaneurysmen sind neurovaskuläre Veränderungen, deren Verlauf schwer vorherzusagen ist. Wenn ein Aneurysma reißt, kann es zu schweren Blutungen mit hoher Krankheitslast und Sterblichkeit kommen. Bisherige Diagnosemodelle vereinfachen die Situation oft stark; Wachstum, Rupturrisiko und mögliche Spätfolgen lassen sich deshalb nur begrenzt abschätzen.

Was entstehen soll

Geplant ist eine Prototyp-Software als klinische Entscheidungshilfe. Sie soll Ärztinnen und Ärzte dabei unterstützen, für einzelne Patientinnen und Patienten eine möglichst passende Behandlungsstrategie zu bestimmen.

Arbeitsplan

  • Bildgebung verbessernEffizientere MRT-Methoden zur Flussbildgebung werden entwickelt und für die Beurteilung von Hirnaneurysmen nutzbar gemacht.
  • Strömung verstehenBildgebungsdaten werden mit Methoden der Strömungsmechanik präzisiert, um hämodynamische Kennwerte zuverlässiger zu erfassen.
  • Modelle validierenPatientenindividuelle Replikate von Hirnaneurysmen dienen der Methodenvalidierung und ergänzen die Analyse, wenn keine MRT-Untersuchung möglich ist.
  • Prognosen entwickelnMRT-Daten, Arteriengeometrie und klinische Informationen werden kombiniert, um ein Prognosemodell für Wachstum und Rupturrisiko aufzubauen.

Projektprofil

Koordination allgemeinProf. Dr. Susanne Schnell, Institut für Physik, Universität Greifswald
Koordination an der UMRDr. Daniel Cantré, Institut und Poliklinik für Radiologie, Kinder- und Neuroradiologie
Laufzeit1. April 2026 bis 30. März 2029
FinanzierungLand Mecklenburg-Vorpommern über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Weitere Projektpartner

  • Prof. Sven Grundmann, Universität Rostock
  • Prof. Gero Wedemann, Hochschule Stralsund
  • Dr. Eiko Rathmann, Prof. Jörg Baldauf, Universitätsmedizin Greifswald
  • Prof. Ann Ragin, Northwestern University
  • Prof. Florian Gessler und Prof. Markus Kipp, Universitätsmedizin Rostock