Projekt KI-DERA

MRT und künstliche Intelligenz

KI-DERA entwickelt und validiert ein radiologisches KI-Assistenzsystem zur Unterstützung der Demenzdiagnostik.

Im Verbundprojekt „KI-DERA“ arbeiten Fachleute aus Medizin, Informatik und Datenanalyse zusammen. Ziel ist ein intelligentes Assistenzsystem, das MRT-Bildgebung und künstliche Intelligenz verbindet. Es soll Gehirndaten strukturiert und objektiv auswerten und Radiologinnen und Radiologen bei einer verlässlichen, nachvollziehbaren Befundung unterstützen.

Warum das wichtig ist

Die frühzeitige und präzise Unterscheidung verschiedener Demenzformen ist wichtig für Therapiewahl und Prognose. Typische Veränderungen im Gehirn, darunter Gewebeschwund (Atrophie), werden heute häufig visuell beurteilt. Befunde können daher von der Erfahrung der befundenden Person abhängen. Ein standardisiertes, computergestütztes System soll die diagnostische Sicherheit erhöhen und eine verlässlichere Früherkennung unterstützen.

Was entstehen soll

Entwickelt wird ein technisches KI-Expertensystem als klinische Entscheidungshilfe für die Demenzdiagnostik und Differentialdiagnose mittels MRT. Mit „Explainable AI“ soll die Software nicht nur ein Ergebnis liefern, sondern nachvollziehbar zeigen, welche Bildmerkmale zur Einschätzung beigetragen haben. Das soll die Akzeptanz in der klinischen Anwendung fördern und die Befundung unterstützen.

Arbeitsplan

  • Diagnose standardisierenEin strukturiertes Befundungssystem und eine digitale Wissensdatenbank (Ontologie) sollen Kriterien für Demenzerkrankungen einheitlich und präzise abbilden.
  • KI trainierenGroße Mengen anonymisierter MRT-Bilddaten aus der klinischen Routineversorgung sollen analysiert werden, damit die KI charakteristische Muster verschiedener Demenzformen erkennen kann.
  • Nutzerzentriert optimierenRadiologinnen und Radiologen unterschiedlicher Erfahrungsstufen testen und verfeinern die Software mit dem Ziel, sie intuitiv bedienbar und im Klinikalltag nutzbringend zu gestalten.
  • Klinisch validierenIn einer abschließenden Prüfphase soll die Genauigkeit des KI-Systems mit Referenzbefunden verglichen werden. So werden Verlässlichkeit und mögliche Verbesserungen der Diagnosequalität wissenschaftlich untersucht.

Projektprofil

ProjektkoordinationProf. Dr. Marc-André Weber
Laufzeit15. Juli 2026 bis 30. November 2028
FinanzierungEFRE-Programm 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Weitere Projektpartner

  • Prof. Stefan Teipel, DZNE
  • Welf Wustlich, PlanetAI GmbH
  • Dr. Jonas Flint, DEJ Technology GmbH